Haltung von Soayschafen
Das harte Klima des St.-Kilda-Archipels nordwestlich von Schottland von wo die Soayschafe stammen, hat ein entsprechend robustes Schaf geschaffen, welches sich in unseren Breiten als Koppelschaf mit ganzjähriger Weidehaltung besonders eignet. Trotzdem benötigt es unseren Schutz wie andere Rassen auch.
Für die Umzäunung werden Weidepfähle in einem Abstand von 2,5m gesetzt. An ihnen kommt es zur stabilen Befestigung von einem 1,20m hohen Knotengitter-Weidezaun, der bis in eine Höhe von 50 oder besser 60 cm eine Gittergröße von 15 mal 5 cm aufweist, darüber 15 mal 10 cm. Der Draht sollte stramm und dicht über der Erde liegen. Als obere Abgrenzung kann u.U. ein Stacheldraht empfohlen werden, um das Überwinden des Zaunes durch Mensch und Hund zu erschweren.
Als Gehegegröße rechnet man idealerweise 700 qm für ein Mutterschaf. Natürlich kann man darauf auch 5 Schafe halten, dann ist aber die Weide schnell abgefressen, und es muss im Sommer zugefüttert werden. Häufiges Füttern und der Aufenthalt im kleinen Gehege schaffen einen innigeren Tierkontakt als ein größeres Areal bei extensiverer Haltung. Im allgemeinen sind Soayschafe auf großer, üppiger Weide ohne Zufütterung im Sommer recht scheu.
Dem Weidetier Soayschaf sollten wir bezüglich Kälte und Hitze einen wetterfesten Rückzugsort bieten. Ein einseitig offener Stall ist hierfür geeignet. Er bietet Schutz bei Wind und Frost - und Schatten in heißen Sommermonaten. Der Stall sollte mindestens 1 m hoch und seine offene Seite windabgelegen sein. Eine künstliche Wand, versetzt vor dem Eingang, kann zusätzlich Wind- und Wetterschutz bieten.
Als Futter sind im Winter Heu, Wasser und ein Salzleckstein die wichtigsten Nahrungsmittel. Kleingeschnittenes, trockenes Brot oder einige Gramm Hafer werden als Lockmittel beim täglichen Kontrollgang häufig verwendet. Darüber hinaus gibt es vieles, womit man Schafe verwöhnen kann. Nasses Futter mögen sie weniger. Im Sommer genügt eine ausreichende Weide neben Wasser und dem Salzleckstein.
Die Raufe für Heu sollte man möglichst geschützt anlegen, weil durch Windflug enorm viel Heu verloren gehen kann. Bewährt hat sich u.a. eine wetterfeste Raufe, in die ein Heuballen einlegbar ist. Als Futterkrippe nimmt man einen langen Kasten auf Pfählen mit leichtem Gefälle damit Regenwasser abfließen kann. Hier kann das Lockmittel, z.B. Hafer, gereicht werden. Durch die Länge der Krippe gelangt jedes Schaf an das Futter. Aber Vorsicht, Kraftfutter wie Hafer, Brot, Rübenschnitzel usw. vertragen sie nur gut in täglichen Kleinstmengen bis ca. 20 g.
Alte Zwetschkenbäume mit einem Stammdurchmesser um 30 cm werden im allgemeinen nur selten benagt. Alle anderen Stämme sollten mit feinmaschigem Kaninchendraht umwickelt und mit 4 Pfählen, an denen eine Drahtabgrenzung angebracht ist, zusätzlich gesichert werden. Damit die Schafe die Umgebung des Stammes frei vom hohen Grasbewuchs halten können, ist der Draht um die 4 Pfosten erst ca. 15 cm über dem Boden zu befestigen. Die Schafe schieben dann kniend den Kopf darunter hindurch und fressen den Bewuchs.
Üblich und meist auch notwendig ist, dass man die Schafe 2-mal jährlich einfängt. Jetzt werden die Klauen kontrolliert und ggf. geschnitten. Selbst wenn das Klauenwachstum nur gering ist, zu schneiden gibt es immer etwas. Meist ist es eine kleine Verletzung mit abgebrochenem Horn und Schmutz darunter, welche auf eine Reinigung mit dem Messer wartet. Bei dieser Gelegenheit ist auch ein Wurmmittel zu geben, am besten in pulverform.
(Interzol 6,75% Hersteller: ALVETRA WERFFT AG)




